Tee, Kaffee und seltsamer Sex

Es war schon spät diese Nacht, das Licht der Schreibtischlampe brannte in meinen Augen. Die Nacht ist schon vorrangeschritten, die Kirchturm Uhr schlug gerade zwei mal. Ein lauer Nachtwind brachte etwas Kühle durch das offene Fenster. Es ist noch soviel zu tun, aber was nützt der ganze Arbeitseifer wenn der Körper schlapp macht. Es wird [...]

Tee, Kaffee und seltsamer Sex

Es war schon spät diese Nacht, das Licht der Schreibtischlampe brannte in meinen Augen. Die Nacht ist schon vorrangeschritten, die Kirchturm Uhr schlug gerade zwei mal. Ein lauer Nachtwind brachte etwas Kühle durch das offene Fenster. Es ist noch soviel zu tun, aber was nützt der ganze Arbeitseifer wenn der Körper schlapp macht. Es wird Zeit dem aromatischen Duft der Bohnen zu fröhnen, die erweckende Wirkung sei einmal dahingestellt, schliesslich ist es nicht mein erster Kaffee heute. In der Küche ist der Kaffeeautomat schon am zischen und brodeln. Ein Espresso muss es sein, extra stark. Den ganzen Tag geisterte ich durch die virtuellen Welten, chattet mit diesem und jenem, suchte nach Ideen. Doch es hat sich leider nichts in den letzten Stunden getan. Einheitsbrei, die Masse gleicht sich immer noch, wie seit Jahren. Sollte mich dies befriedigen ? Ich weiss es nicht, bin ich doch ein Teil Dieser mit den gleichen Gelüsten wie alle anderen.

Was bietet mir das Leben ? Materialistische Wünsche die mir von Anderen ins Ohr gesetzt werden, Spass an der Arbeit die jedoch keine großen Sprünge erlaubt und mich gerade so ernährt. Da war sie nun, die Nacht… mit all ihren Gelüsten. Andere toben sich in der sexuellen Abwesenheit aus um ihrem Dasein für kurze Zeit zu entfliehen und sich der Illusion des Lebens hinzugeben. Schön wäre es wenn wie die Meisten wäre, mir nicht soviele Gedanken machen würde, nicht so sehr von Depressionen zerfressen. Ich blicke hinaus in das Dunkel der Nacht, es ist ruhig, angenehm ruhig. So geheimnisvoll, eines der wenigen Dinge des Tages die noch ein gewisses Wohlwollen in mir auslösen. Ah.. der Kaffee ist fertig, extra stark, extra… mein Extra halt, mein persönliches kleines Extra. Ist es schon soweit ich mich über Kaffee freue oder ist es endlich soweit ich die kleinen Dinge des Lebens schätze ? Gut Kaffee ist nicht gerade das gesündeste was mir passieren kann, aber ich flüchte mit meinem Ego nun in die Ecke das ich sage, wenigstens trinke ich nicht. *schlurft in die Küche und holt sich seine “extra” Tasse Kaffee*

Aber ich mag euch nun nicht mit meinem bescheidenen Privatleben unterhalten, ich erzähle Euch mal einen Schwank aus meiner Jugend, eines meiner kuriosen Sexabenteuer, wo ich heute noch ab und an über die Dame nachdenke.

Ihr Name war Selina, ich lernte sie damals in einem dieser Onlinespiele kennen. Es war ein Rollenspiel in der Ritterzeit. Meine Wenigkeit schubste einen kleinen Magier durch die virtuellen Gegebenheiten, da lernt man Land und Leute kennen. Vor allem Leute, da läuft der Komplette Querschnitt an Charakter und Charakterlosigkeit herum. An einem Abend im späten Frühling lernte ich dann eine sehr bedrückte Gestalt kennen. Wir unterhielten uns kurz, doch die Dame ward sogleich gewillt mir ihre ganze Lebens- und Leidensgeschichte auszubreiten. Wann ist jemand geknickt ? Richtig, Liebeskummer. Sie hing noch an ihrem Exfreund, der zufälliger Weise auch spielte und den ich flüchtig kannte, aber das ist nebensächlich. Nach einem Zweistündigen Gespräch in dem ich ihr den Egoismus und die Sinnlosigkeit von Liebeskummer näher brachte, machte ich mich ans aufräumen der Scherben und verbrachte noch einen Abend voller Albernheiten mit ihr. Von meiner Person so angetan (nein hat nix mit Arroganz zu tun, sie war es damals) verbrachten wir auch die kommenden Tage abends, virtueller Weise miteinander. Am dritten Tag, gestand sie mir sich verliebt zu haben (was ich bei Liebeskummer eher auf die unbewusste Suche nach Ersatz schiebe) und sie müsse mich unbedingt besuchen. Die Dame kannte mich so gut wie garnicht, wusste aus meinem Leben fast nichts, da ich mehr der aktive Zuhörer war. Ich lehnte den Besuch ab, da es mir zu schnell ging und auch etwas unangenehm war, irgendwas stimmte mit ihr nicht. Am nächsten Abend dann ein Anruf per Handy, eine energische Stimme meldete sich, man sei unterwegs zu mir ich solle ihr doch mal sagen wo genau. Ich lachte kurz und sagte das ab hier Schluss ist, ich mag den Kontakt sofort beenden. Dreissig Minuten später klingelte wieder das Handy, eine verweinte und verrotzte Stimme am anderen Ende drohte damit gegen einen Brückenpfeiler zu fahren, wenn sie nicht kommen dürfe. Nun wurde ich langsam sauer, ich sagte ihr das sie dies gern tun könne und ich nichts für ihre Handlungen könne und Erpressung etwas ist, worauf ich überhaupt nicht positiv reagiere, ich legte auf und stellte das Handy aus. Danach machte ich mir eine Tasse Tee (ja Tee, damals war ich noch kein Koffeinjunky).

Nach etwa einer Stunde schaltete ich das Handy wieder an, da es meine einzige Verbindung zur Außenwelt war und ja auch “normale” Menschen was von mir wollen könnten. Keine 2 Minuten später dann… Überraschung, die lüsterne Selina. Tausend Entschuldigungen und das sie auch nicht wissen würde was mit ihr los ist und es ihr soooo wahnsinnig leid tut. Ich sagte ihr sie solle sich erstmal beruhigen und wir könnten am nächsten Tag ja nochmal in Ruhe reden.

Am nächsten Tag nach weiteren Telefonaten und Tee’s gab ich mich dann bereit zu einem Treffen, aber erst in 2 Wochen. Jaha, die Bude musste aufgeräumt werden, Spass beiseite, ich wollte sehen ob sie 2 Wochen durchhält und ihr es Ernst ist mit einem Treffen oder es mehr eine Kurzschlussreaktion ist. (Anmerkung: soviel Text und noch kein Sex… nu wirds spannend oder ?) Nach zwei Wochen war es dann soweit, die Bude war aufgeräumt (ok running Gag *lacht* finde mich gerade so derbe unwitzig!). Nachdem sie nun mehrere 100 km gefahren ist zu mir, sah ich nun ihre Scheinwerfer… und… das Auto blieb stehen. Und das blieb es auch eine ganze Weile. Als ich auf sie zugehen wollte fuhr sie zurück (das ist kein Witz, habe ich erwähnt es die ganze Zeit in strömen regnete ?) Alls ich auf sie zuging fuhr sie langsam Rückwärts, ich musste lachen, das war wie in einem schlechten Film. Ich nahm das Handy zur Hand und klingelte durch um die 20 m bis zu ihrem Auto auf diese Weise zu überbrücken. Nebenher gesagt, es geht immer noch nicht um Sex, ist Dir das schon aufgefallen ?

Da mir der Regen langsam die Kleider auf den Leib kittete, lief ich einfach auf sie zu und riss im fahren die Tür auf, jeder Stuntman wäre nun stolz auf mich. Sie bremste ab und ich nahm sie erstmal in den Arm, sie zitterte. In diesem Moment wusste ich, ich muss was an meiner Frisur ändern. Ok, in diesem Moment dachte ich eher an meinen heissen Tee im “trockenen” Wohnzimmer. Ich wies ihr dann eine Parklücke an, als das Zittern schwächer geworden war. Wir gingen in meine Wohnung und ich bat ihr Tee an (Ja ich mag Tee).

Als ich dann nach einigen Minuten mit dem Tee und einer Kleinigkeit zu essen aus der Küche kam, stand Selina immer noch an der Stelle wo ich sie abgestellt habe. Sie hat sich weder bewegt noch gedreht noch…ok, geatmet hat sie. Aber sie schaute noch in die gleiche Richtung und hatte immer noch so einen schüchternen / ängstlichen Blick drauf. Ich dachte nach, hatte sie Angst ich sie vergewaltige ? Aber warum kommt sie dann zu mir… ok, schauen wir was der Abend bzw. die Nacht noch zu bringt. Um die Stimmung etwas aufzulockern machte ich einen meiner unwitzigen Witze und nahm ihr die Jacke ab, weisste sie an, sie gern einem der Sitzmöbeln zu ihrer Bestimmung verhelfen könne. Sie setzte sich und bewegte das erste mal den Kopf und schaute sich um. Ich grub in der Zeit in meinen DVDs und überlegte was wohl die Anspannung nehmen könnte, irgend ein belangloser Actionfilm, der zu der Zeit gerade angesagt war. Sie setzte sich auf das Sofa und hat immer noch kein Wort gesagt, ich fragte ob alles ok wäre, ob sie vielleicht doch lieber nicht hier sein möchte, ob sie Angst hätte und ob sie die Pille nimmt (ok das  mit der Pille war nur nen Scherz). Sie nickte und sagte das alles ok wäre, mit einer wirklich zierlichen, fast wimmerhaften Stimme. Die erste Hälfte des Films verstrich und wir saßen auf dem Sofa, ich schmiss sie aus Spass um und sie blieb liegen, ich legte mich hinter sie, da es einfach gemütlicher war. Nein ich unternahm keine Annäherungsversuche, ich wollte es mir nur etwas gemütlich machen und eine Wolldecke über meine feuchten Klamotten ziehen. Dann… jetzt kommts… drehte Selina sich urplötzlich um und küsste mich. Ihre Zunge war schneller in meinem Mund als ich A sagen konnte. Dann war der Kuss urplötzlich vorbei, sie drehte sich wieder zum TV und schaute als ob nichts gewesen wäre. Nun war ich verwirrt, schaute mich um, ok das war meine Wohnung, ich war wach und eine Kamera war auch nicht zu sehen.

Der Film war zuende, ich dämmte das Licht und machte das Radio an, ja Radio, das hat mir als Kind immer geholfen wenn ich Angst hatte. Langsam begann sie dann zu erzählen. Ich stellte keine Fragen über ihre Eigenarten, wir redeten über die Fahrt, ihren Eltern, berufliche Probleme, der ganze seichte Smalltalk halt. Irgendwann ging ihre Hand dann in meine Hose… ich nahm sie weg und sagte das sie das nicht tun muss, der Tee wäre umsonst gewesen (das habe ich damals aber wirklich gesagt *grins*) Jedenfalls lagen wir noch eine Weile so da und philosophierten. Die Stunden verstrichen und es muss wohl schon 2 Uhr gewesen sein, als wir dann…. ja ok, wir hatten Sex, aber ganz unschuldigen… ich habe nix irgendwo reingesteckt, es war mehr streicheln und küssen. Am nächsten Tag dann zeigte ich ihr etwas die Gegend, wir gingen spazieren und ich lud sie zum Essen ein. Insgesamt ein recht entspannter Samstag. In der kommenden Nacht hatten wir dann richtigen Sex, aber so richtig war er garnicht. Irgendwie fehlte da irgendwas, sie war mehr passiv… sie fragte mich ob ich mir nicht einfach nehmen könne was ich brauchte. Ich solle sie zwingen, ich soll alles tun was ich möchte. Irgendwie war das nicht so ganz meine Vorstellung damals, aber ok, ich dachte, das ist sicher ein Test, so was ich Gentleman (ja sowas kann ich auch manchmal sein) und lies einmal mehr die romantische Seite sprechen. Nach vielen Kuss und leckspielen und einigen Höhepunkten ihrerseits später schliefen wir dann ein.

Am nächsten Morgen, nachdem wir Sex vor dem Frühstück und nach dem Frühstück hatten machte sie sich für die Rückreise fertig… nun der prägende Satz an der Haustür… Mit einem unterwürfigen Hundeblick schaute sie mich an und fragte “Darf ich wiederkommen?” Als sie weg war musste ich erstmal ne Runde Metal hören und mir das Erlebte der letzten Tage durch den Kopf gehen lassen…

Wir waren übrigens später für 14 Monate ein Paar… aber wenn Du das Erlebte kurios fandest, ich mag garnicht was aus den folgenden Monaten berichten. Ok, in der Story fehlte die gehörige Portion Sex, aber unterhaltsam war sie doch allemal… Gute Nacht.


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Dieser Beitrag wurde am Juli 3, 2007 um 3:33 am unter Sexgeschichten & Stories geschrieben. Permalink: permalink. Du kannst die Kommentare verfolgen durch den RSS-Feed für diesen Beitrag. Kommentare und Trackbacks sind nicht möglich.